Probleme auf meinem Weg
Das Wichtigste zuerst: Probleme gehören dazu. Es geht nicht darum, dass alles glatt läuft, sondern darum, dass man weitermacht, wenn es das mal nicht tut. Das klingt banal, aber genau das habe ich in der Vorbereitung auf Kopenhagen wieder und wieder gelernt.
Meine größte Baustelle war eine Knochenhautentzündung im Sprunggelenk, die ich schon hatte, bevor ich mich überhaupt angemeldet habe. Als ich dann losgetrainiert habe und gemerkt habe, dass sie noch nicht so verheilt war wie erhofft, hat mich das ordentlich zurückgeworfen. Ich habe mich in dem Moment ehrlich gesagt ziemlich schlecht gefühlt. Kurz gab es die Enttäuschung und die Frage, wie ich das jetzt am besten angehe. Am Ende habe ich das Laufen zurückgeschraubt und die Verletzung zur Priorität Nummer eins gemacht. Ohne das wäre sowieso nichts geworden. Das hat mich wertvolle Trainingszeit gekostet, aber mein Ziel für diesen ersten Ironman ist es, ihn gesund zu finishen, und nicht in einer bestimmten Zeit. Im Nachhinein hätte ich die Verletzung am Anfang vielleicht noch ernster nehmen sollen. Das ist so ziemlich das Einzige, was ich anders machen würde.
Mental war vor allem die Wintersaison hart. Immer kalt, immer dunkel, Training drinnen im Zimmer, das wird auf Dauer einfach monoton. Der Sommer ist deutlich angenehmer zum Trainieren. Aber man hat das Ziel vor Augen, man weiß, wofür man es tut, und dann beißt man sich halt durch. Und ehrlich, wenn man ein Training durchgezogen hat, auf das man eigentlich keine Lust hatte, fühlt sich das danach richtig gut an.
Material macht natürlich auch Probleme, meistens kleine. Mal ein Platten, ein paar Löcher im Neoprenanzug, ständig kleine Anpassungen am Rad. Größer war es, als mir kürzlich der Lenker gebrochen ist. Kurz stand im Raum, ob rechtzeitig Ersatz kommt, das war schon ein Schreckmoment. Auch das Rad selbst zu finden, war am Anfang ein Riesenaufwand, das unterschätzt man leicht.
Was mich fast am meisten gefordert hat, war eigentlich nicht der Sport an sich, sondern Training und Schule unter einen Hut zu bringen. In ruhigen Phasen ging das gut, aber in Arbeitsphasen, wenn man eh schon den ganzen Tag gesessen hat und sich danach nochmal hinsetzen musste, war das mental richtig zäh.
Die meisten Probleme habe ich am Ende selbst geklärt, ab und zu mit Trainern oder Eltern gesprochen, wenn es nötig war. Wer gerade vor einer ähnlichen Situation steht, dem würde ich sagen: nie aufgeben und es einfach versuchen. Wer es versucht, kann höchstens hinfallen oder es schaffen. Wer es gar nicht erst probiert, der fällt auf jeden Fall hin. Es ist nicht schlimm, mal etwas abzusagen, weil es gerade nicht funktioniert. Schlimmer wäre, es nie probiert zu haben. Also dranbleiben, an sich glauben, und konsequent bleiben. Sonst wird es schwer, dass am Ende etwas draus wird.